Jul 11 2011

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Unterzeichnung des Flussvertrags Our

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
beim Natur- und Gewässerschutz

Ourtal / Oberes Ourtal. "Die Flusspartnerschaft Our ist ein großartiges Beispiel für die hohe Qua­lität der grenzüberschreitenden Zu­sammenarbeit zwischen den Natur­parken in der Eifelregion", betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken anlässlich der Unter­zeichnung des Flussvertrags Our am 21. Juni 2011. Höfken betonte, dass mit dieser seit 2008 andauernden Ko­operation der Länder Luxemburg, Bel­gien und Deutschland Naturschutz, Erholung und Tourismus mit dem Schutz und der Nutzung der Kultur­landschaften vorbildlich verbunden werde. Der nun unterzeichnete Partnerschaftsvertrag dokumentiere die Zusammenarbeit in einer für Rhein­land-Pfalz bislang einmaligen Weise.

aan de Our

Das Tal der Our ist eines der größten Naturschätze in der Eifelregion.

Der Bachlauf schlängelt sich 95 Kilometer sowohl an der deutsch-belgischen als auch an der deutsch-luxemburgischen Grenze entlang. Die Our und ihre zahl­reichen Nebenarme sind aufgrund der malerischen Flusslandschaft ein be­liebtes Urlaubsziel für Touristen. Zu­gleich birgt das Ourbecken eine große Anzahl schützenswerter Biotope und seltener Tier- und Pflanzenarten. Ne­ben dem Eisvogel und dem Schwarz­storch sind hier noch der Fischotter sowie die Flussperlmuschel und die Bachmuschel heimisch. Zudem leben in der Our mindestens elf verschie­dene Fischarten.

Mit der Unterzeichnung des Flussver­trags Our haben alle beteiligten Part­ner einen Aktionsplan auf den Weg gebracht, der ein Bündel an Maßnah­men in Bereichen wie Abwasser, In­dustrie, Landwirtschaft oder Arten­schutz vorsieht.

Um die Umsetzung dieser Vorhaben zu garantieren, soll eine Koordinationsstelle eingerichtet werden. Zwar wird an der Our schon seit Jahren an der Verbesserung der Wasserqualität gearbeitet. So werden auf deutsch­er Seite die Abwässer zentral und auf hohem techni­schem Standard geklärt. Allerdings gibt es im Einzugs­gebiet immer noch Ortschaften, die an keine Kläranlage angeschlossen sind. Gewässerrenaturierungen werden seit über zehn Jahren von den Naturparken in Luxem­burg und Deutschland gemeinsam umgesetzt. Sie haben die Voraussetzungen geschaffen, dass die Our insgesamt in einem guten ökologischen Zustand ist. Gleichwohl sind Verbesserungen etwa hinsichtlich der weiteren Reduktion der Nährstoff- und Pestizideinträge oder auch des Sedimenteintrages in die Gewässer sinnvoll und notwendig.

IMG_1146In Rheinland-Pfalz sind die Renaturierungsmaßnah-men an der Our Teil des Programms "Aktion Blau", das mittlerweile rund 1000 Gewässer mit ca. 4200 Kilo­meter umfasst. Umweltministerin Höfken: "Unser Ziel ist es, die von Menschenhand geschaffenen Begradi­gungen und Befestigungen unserer Bäche und Flüsse wieder rückgängig zu machen, damit Tiere und Pflan­zen wieder einen Lebensraum finden." Zudem stelle die "Aktion Blau" einen wichtigen Baustein im Hoch­wasserschutzkonzept des Landes dar. Durch Renatu­rierung der Fließgewässer werde der natürliche Rück­halt in der Fläche gefördert.

In dem Projekt Flusspartnerschaft Our arbeiten die Na­turparke Hohes Venn-Eifel (Belgien), Our (Luxemburg), Südeifel (Rheinland-Pfalz), Nordeifel (Rheinland-Pfalz) und die Stiftung Hellef fir d’Natur (Luxemburg) seit 2008 zusammen. Ziel ist es, die Wasserqualität und den "Lebensraum Fluss" durch koordinierte und nachhalti­ge Nutzung zu wahren und zu verbessern. Finanziert wird das Projekt mit einem Volumen von 2,6 Mio Euro zu 50 % durch EU-Gelder im Rahmen des INTERREG IV A-Programms. Die nationale Kofinanzierung haben die Wallonische Region, das lux­emburgische Umwelt- und Innenministerium und das rheinland-pfälzische Umweltministerium übernommen.

Quelle: Kreisnachrichten Eifelkreis Bitburg-Prüm, Ausgabe 27/2011 v. Sa. 09. Juli 2011

 

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